Seit mehr als einem Jahrhundert gilt die Region Paris als die Wiege der französischen Luftfahrt. Hier findet man die wichtigsten Akteure der Branchen Flug- und Raumfahrzeugbau sowie Verteidigung: Firmensitze, F&E-Zentren und europäisch ausgerichtete Produktionsstätten, Luftverkehr, Dienstleistungen und Flughafeninfrastrukturen. Als erstes Beschäftigungsbecken Frankreichs für Flug- und Raumfahrzeugbau sowie Bordsysteme - ein Drittel der Arbeitsplätze der Branche in Frankreich - bietet die Region Paris den Unternehmen ein weltweites Exzellenzzentrum für ihre Entwicklung in Europa.
Akteure
Mehr als 200.000 direkte und indirekte Arbeitsplätze stehen in Verbindung mit den Industrien Luft- und Raumfahrzeugbau sowie Verteidigung und mit dem Luftverkehr in der Region Paris. Dassault Aviation, EADS, Arianespace, der Konzern SAFRAN (SNECMA, Messier-Bugatti-Dowty, Hispano Suiza, Aircelle, Sagem Défense et Sécurité, Turbomeca...), der Konzern Thales, die Europäische Weltraumorganisation (ESA), Aéroports de Paris, Air France KLM... haben dort ihren Unternehmenssitz oder ihr Forschungszentrum oder aber eine Teil ihrer Produktion. Die Region zählt 75 Arbeitgeber, davon 14 mit einer Belegschaft von über 500 Arbeitnehmern und 81% der regionalen Beschäftigten. 6 Unternehmen besitzen eine Belegschaft von über 1000 Arbeitnehmern.
Forschung und Ausbildung
Die Region Paris zählt heute mehr als 120.000 Arbeitsplätze im Flugzeug- und Raumfahrzeugbau, davon 28.000 in der Forschung und Innovation. Die vom Kompetenzzentrum ASTech Paris Region durchgeführten Aktionen dienen der Konsolidierung dieser Zahlen und ihrer langfristigen Weiterentwicklung. Die Branchen Flug- und Raumfahrzeugbau sowie Verteidigung sind einer der wichtigsten Exzellenzbereiche für Forschung & Entwicklung. Diese Industrie erfordert große Fachkenntnisse und benötigt daher hochqualifizierte Arbeitskräfte. Außer den zahlreichen Produktionsstätten spielen aufgrund der Art der in der Region Paris vorhandenen Aktivitäten auch Firmensitze, Forschung & Entwicklung sowie Versuche eine große Rolle. Der Sektor beschäftigt zahlreichere Führungskräfte und Techniker (37% bzw. 34% der Arbeitnehmer des Sektors) als die Industrie insgesamt (32,5% und 26,5%). Neben den privaten Forschungszentren besitzen auch öffentliche Institutionen wie ONERA (Office National d'Etudes et de Recherches Aérospatiales, französische Luft- und Raumfahrtbehörde), CNES (Centre National d'Etudes Spatiales, französische Raumfahrtagentur), das Centre d'Essais des Propulseurs (Versuchszentrum für Strahltriebwerke), das Commissariat à l'Energie Atomique (französische Atomenergiebehörde) sind Forschungszentren und technologische Ressourcen von höchstem Niveau, wie sie anderswo nur schwer zu finden sind. Nachhaltige Entwicklung Angesichts der Energie- und Umweltanforderungen der heutigen Welt besteht inzwischen eine enge Beziehung zwischen dem Sektor Flug- und Raumfahrzeugbau / Verteidigung und der nachhaltigen Entwicklung. Die Reduktion des Treibstoffverbrauchs der Luftfahrzeuge ist eines der Hauptziele des Umweltschutzes, und die meisten Flugzeugbauer tragen intensiv zu diesen Bemühungen bei, indem sie aktiv an zahlreichen Forschungsprogrammen teilnehmen, darunter an den beiden strukturstärksten, nämlich Clean Sky auf europäischer Ebene und CORAC auf französischer Ebene. Das Kompetenzzentrum ASTech Paris Region mit einem Forschungsbudget von 150 Millionen Euro führte mehrere gemeinsame F&E-Programme zur Energieleistung der Flugzeuge durch. Das von der SNECMA getragene Projekt TOSCA entwickelt z. B. ein neues Einspritzsystem, das die umweltschädlichen Emissionen halbieren soll, während das Projekt COMPTINN die Gewichtsreduktion der Strukturen durch Verwendung von Verbundmaterialien, die Temperaturen von 150 bis 400°C standhalten können, anstrebt... Der CORAC (Conseil pour la Recherche Aéronautique Civile, Rat für zivile Luftfahrtforschung) wurde im Juli 2008 nach dem französischen Umweltgipfel Grenelle de l'Environnement gegründet. Ihm gehören sämtliche französischen Akteure des Luftverkehrssektors an: Luftfahrtindustrie, Fluggesellschaften, Flughäfen, ONERA sowie die betroffenen Institutionen und Ministerien. Die Ziele für die nachhaltige Entwicklung sind sehr ehrgeizig, denn es geht darum, bis 2020 eine zweistellige Reduktion des Fluglärms, eine Halbierung der Kohlendioxidemissionen (CO2) und eine 80%ige Reduktion der Stickstoffemissionen (NOx) zu erreichen. CLEAN SKY ist das größte jemals in Europa gestartete Luftfahrtforschungsprogramm. Sein Ziel besteht darin, die Forschung zugunsten besserer Umweltschutzleistungen des Luftverkehrs zu fördern: weniger Lärm, geringerer Treibstoffverbrauch, weniger CO2- und NOx-Emissionen... und parallel dazu verfolgt Clean Sky ein anderes großes Ziel: Reduktion der Entwicklungsdauer der technologischen Fortschritte mit beschleunigter Umsetzung. Die Clean Sky JTI (Joint Technology Initiative) wurde 2008 gegründet und ist eine einzigartige öffentlich-private Partnerschaft zwischen der Europäischen Kommission einerseits und den Unternehmen des Luftfahrtsektors aus 24 europäischen Ländern andererseits.
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Zahlen & Fakten
- Mehr als 200.000 direkte und indirekte Arbeitsplätze (einschließlich Luftverkehr)
- 3000 Firmen
- 27% der F&E-Ausgaben des Sektors
- 30% der F&E-Arbeitsplätze in Frankreich
- 28% französische Forscher
- 3. Exportbranche der Region Paris (5,2 Milliarden € 2010)
Fokus auf
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